Santa Marta & Parque Nacional Tayrona
26 05 2012In Santa Marta nahm ich ein Taxi zum Hihostel, das mich beeindruckte. Es lief auf hochtouren und die Receptionisten waren hoch freundlich, aufmerksam und waren in ihrem Job gut! Es war eine Art Viereck und im Innenhof befand sich ein Swimmingpool, Küche und Aufenthaltsraum. Der Rest bestand aus Badezimmer, Duschen und Zimmer. Die Dorms waren alle mit Ländern benannt, ich schlief im India 🙂 Zu Santa Marta gibt’s nicht wahnsinnig viel zu erzählen, die Stadt erkundete ich in etwa 2h und sie war mehr oder weniger langweilig. Die meiste Zeit verbrachte ich im Parque Tayrona oder im Hostel. Ich kochte ausführlich für mich (versuchte mich an einer venezuelanischen Spezialität: Plattgedrückte Kochbanen anstelle von Brot als Sandwich). Ich traf drei Schweizer! Einer davon war höchst interessant, und wenn er nicht noch in der selben Stunde hätte gehen müssen, dann hätte ich ihn liebendgerne ausgequetscht. Was ich in der kurzen Zeit über ihn erfuhr: er hatte sein (Informatik?) Studium abgeschlossen, hatte aber seither noch nie recht gearbeitet, soll heissen nicht nach dem Studium. Er hatte während dem Studium gearbeitet und zwar so, dass er seither unterwegs war und auch während dem Studium schon jenste Kontinente bereist hatte. Dann belauschte ich noch einge Deutsche, die ich allesamt als dämlich und arrogant und am-falschen-Platz einstufte! Sie lästerten konstant über Südamerika und berichteten in kleinlichem und übertreibendem Stil über ihre lächerlichen „Reisen“. Ich war terrified!
An meinem ersten Abend trat ich mit Fabricio in Kontakt, und wir entdeckten, dass wir praktisch am selben Ort waren. Er wollte aber schon in 3 Tagen weiterreisen (nach Panama) und so entschloss ich, meinen Santa-Marta-Aufenthalt kurz zu halten (ich sollte mich ja sowieso mit meiner Reise beeilen!). So ging ich schon am Morgen nach meiner Anreise früh los, um den Nationalpark Tayrona zu sehen, der in meinem Guide hoch angepriesen wurde. Seine Strände waren hochberühmt! Mit dem Bus fuhr ich bis zum Eingang des Parks, wo ich zuerst einmal fast 20CHF Eintritt bezahlen musste, was ich eine absolute Frechheit fand! Und darauf war ich definitiv nicht vorbereitet gewesen: ich hatte mich 5CHF gerechnet. Auf jeden Fall packte mich dort eine Wut, die mich schnurstraks loslaufen liess. Ich rannte zum Teil sogar, und doch kam ich erst nach 1h bei einer Tafel an, die angab, dass es bis zum Stran – zu dem es ein 45min-Weg sein sollte – noch 50min waren! Okay, also rannte ich weiter! Der Weg wich nun von der Strasse ab und wurde wunderschön. Ich MUSSTE denn nun doch anhalten um ein paar Fotos zu schiessen: der Weg wand sich über Stege, unter Lianen und Bambusdächern hindurch, erklomm steinerne Treppchen und bot fantastische Aussichten. Ein Stück führte durch unbeschatteten grauen Sand, sogar mit meinen Flipflops verbrannte ich mir fast die Flossen! Am Strand angekommen hatte ich kein Wasser mehr, aber zum Glück fand ich einen Kiosk – zwar überteuert, aber ich MUSSTE trinken! Ich legte mich für ca. 2 Stunden in die Sonne, las, warf mich – wenn der Baywatch nicht gerade hinschaute – kurz in die Wellen oder rückte meinen brasilianischen Tanga zurecht 🙂 An diesem Strand waren schon 100te umgekommen, wie es hiess…
Auf dem Rückweg überholte ich sogar Pferde (ich ging diesmal den Pferdeweg, der einiges breiter und unschöner (durch die vielen Pferdeäpfel) war. Es begegnete mir eine Horde von Touristen aber auch eine freie aber vollbepackte Herde von Eseln, die wohl Futter und Getränke zu den wenigen Häusern schleppten. Sie taten mir irgendwie Leid, aber andererseit waren sie einigermassen frei, sie hätten durch den Park flüchten können, wenn sie gewollt hätten… Ich weiss aber logischerweise nicht genug über diese These… Als ich bei der Tafel (50min) ankam, erfuhr ich, dass es eigentlich einen Bus gab, der von hier bis zum Ausgang fuhr. So wartete ich und lernte noch eine junge Frau aus Tschechien kennen. Auch wieder spannende Gespräche, ich lasse das aber mal weg. Am Tag darauf nahm ich den Bus nach Cartagena.
Im Bus wurde ich böse belehrt: es war nur ein 4h-Tripp, aber ich musste mich trotzdem „massiv“ erleichtern, und so ging ich auf die Toilette. Als ich wieder herauskam und mich setzte, vermutete ich schon, dass ich etwas falsch gemacht hatte. Aber dann kam doch tatsächlich der Bustickettyp und meinte leise, ich solle doch das nächste mal bitte vorne anklopfen und um einen Stopp bitten, wenn es so dringend sei… WOW! Das war mal peinlich! Ich schämte mich zwar keines wegs, nein ich ärgerte mich viel mehr darüber, dass man hier über etwas STINKNORMALES so ein Theater eröffnete, denn: der halbe Bus hielt sich die Nase zu oder murrte etwas Unfreundliches in meine Richtung. Sogar meine Sitznachbarin verkniff sich ihren Kommentar nicht! Ich muss hier klarstellen: es stank überhaupt nicht (oder zumindest nicht bis in die Mitte des Busses oder so, dass man sich die Nase zuhalten musste)! Ich fühlte mich sogleich nicht mehr so zu Hause in Kolumbien. Ich danke hier Brasilien, dass man die Natur des Menschens als gegeben nimmt… 🙁
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